Geschätzte 109 Millionen Euro gaben die Deutschen in 2008 für das Sylvesterfeuerwerk aus und die Branche jubelt schon, das es dieses Jahr um die 10 Millionen mehr werden.
Gut – knapp 120 Millionen Euro sind ein Fliegenschiss gegen den verkorksten Bundeshaushalt aber was mich wirklich aufrichtig wundert ist das es nach einem echten Katastrophenjahr, in dem die Traditionsbetriebe niedergingen wie Eisberge unter der Höhensonne und Arbeitsplätze ohne Ende vernichtet und/oder ins Ausland verlagert wurden immer noch genug oder sogar noch mehr Geld im privaten Geldbeutel des Bürgers vorhanden ist um es gemeinschaftlich innerhalb einer Stunde sinnlos zu vernichten.
Genau so gut kann ich das Geld auch so aus der Brieftasche nehmen, verbrennen und die Asche in die Mülltonne kippen – letzten Endes hat es den selben Effekt.
Noch erstaunlich ist die Tatsache, das der durschschnittliche Hobbbyfeuerwerker zu Sylvester nicht mal mehr die Arbeit auf sich nehmen will, Kracher oder Raketen Stück für Stück mühsam selbst zu zünden sondern vermehrt zu sogenannten Systemfeuerwerken greift: Die seelig machende all-in-one Krachbummpeng-Box. Einmal anzünden und für eine Minute Feuerwerk gemütlich 20 Euro weghauen ohne sich nach dem Anzünden auch nur bewegen zu müssen.
Abgesehen von der nichz zu Hand weisenden Sinnlosigkeit bleiben nur Gestank, Gifftstoffe und vor allem Dreck übrig.
Kaum ein Nachbar, der abschließend vor seiner eigenen Tür kehrt sondern kiloweise Sprengmüll vor der Tür, auf der Straße und den Grünflächen liegen lässt.
Das sind eben ganau die selben Leute, die sich sonst über Umweltverschmutzung, auf Bürgersteige scheissende Hunde und die Bildzeitung beklagen.
Aber was den eigenen Unfug angeht ist jeder sein kleiner Januskopf…
Wie immer haben wir im kleinen Kreise der Familie ohne Pomp und Völlerei zusammengesessen.
Es gab hausgemachten Kartoffelsalat Schlesischer Art mit Würstchen, dazu ein bisschen Baquette, Käse und Wurst. Am Ende noch einen handverpressten Espresso und zwei nette Stunden lustiger Gespräche.
Meine Holde bekam zwei neue Brunetti-Romane, Ohrenschützer gegen den eisigen Wind und ich 3 neue Modelle aus Receycling-Blechdosen gefertigter Fahrzeuge, die in Afrika für den Fairen Handel hergestellt werden.
Man sieht – es geht auch ohne Konsumterror und Technik-Overkill …
Euch draußen an den Bildschirmen wünsche ich ebenso ruhige und friedliche Weihnachtstage!
Dazu genuscheltes