Augsburger Beamtenkiste

narrenkappe_1Nachdem sich Jack Wolfskin sich durch massenhafte Abmahnungen bei privaten Anbietern Textiler Hobbykreationen mit Pfotenabdrücken (Hund Katze Maus..) im Gegenzug eine eklatante Klasche durch die Blogsphäre einhandelte und dannach panisch zurückruderte hat nun die Stadt Augsburg ihre Narrenkappe wohl etwas verfrüht übergestülpt.

Wie im Spiegel (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,663120,00.html) und auch anderorten berichtet passierte folgendes:

Michael F., ein Bewohner der Stadt Augsburg, plante einen privaten Weblog mit der Domain “augsburgr.de” zu betreiben, die er sich bereits im Vorfeld registriert hatte. Als braver Büerger – um Ärger aus dem Weg zu gehen – dachte er sich wenigstens der Form halber zu erkunden, ob die Stadt Augsburg etwas dagegen hätte und stellte eine entsprechende Anfrage an die offiziellen Stellen.

Die Stadt Augsburg reagierte auch sehr freundlich, in dem sie Michael F. unverzüglich eine anwaltiliche Abmahnung mit einem Streitwert von 50.000 € zukommen ließen nebst einer Anwaltsforderung über 1890 € und der Abgabe einer Strafbewehrten Unterlassungserklärung.

Die Stadt Augsburg verteidigt ihre Reaktion als Vertoß gegen das Namensrecht und bewertet den Streitwert und die Folgen für Michael F. noch “als Moderat”.

Seltsamerweise findet man nach kürzester Zeit verschiedenste Domains, die mit der Stadt Augsburg weder verwandt noch verschwägert sind und trotzdem den vollen Namenszug “Augsburg” im Domainnamen finden.
So z.B. die Domain “augsburg-air.de”, ein Ableger der Lufthansa und damit ein Wirtschaftsunternehmen. Aber hier würde die Stadt Augsburg garantiert nicht gegen einen Branchenriesen unternehmen, der jegliche juristische Streitigkeiten alleine aus monetärer Lage heraus in der Luft zerreissen oder so lange führen würde bis die Kase der Stadt leer ist.

Daher legt die Stadt Augsburg ihren Begriff der Bürgernähe momentan wohl so aus,  daß man lieber nach unten tritt als die Bürger an ihrer Seite zu sehen.

Ich kann nur hoffen, das es noch genug an weiterer negativer Berichterstattung zu dem Thema geben wird bis den Stadtoberen klar wird, mit welch unterschiedlichen Maßstäben an Rechtsbildung sie sich hier verhoben haben.

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