Monatsarchiv: Februar 2009

eBay Spekulationsausgleich

Für ein Projekt habe ich bei eBay fünf dieser Kühlkörper mitgeboten und diese auch zum Stückpreis von 3,50 Euro günstig erworben.
Das Gewicht pro Stück ist hier mit 2 KG angegeben, macht also 10kg, was einem DHL-Paket bis 20kg – demnach 10 Euro plus Kleinvieh – entsprechen würde. Technisch spreicht auch nichts dagegen, diese in ein einzelnes Paket zu packen.

Da der VK einem anderen Mitbieter öffentlich schrieb (sieh Artikelbeschreibung unten) das der Versand auch bei 2 Stück  bei 6,90€ bleibt, dachte ich daß er auch bei meinem 5 ordentlich zusammenrechnet

Leider habe ich nicht mit der Habgier des Herrn Dipl.Ing Zipp aus Kassel gerechnet, denn die Abrechnung sah so aus:

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Artikelnr./Bezeichnung QtyPreis
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130288287084 5 EUR 3,50
KUEHLKOERPER SK 47-150-SA 0,42K/W
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Zwischensumme: EUR 17,50
Verpackung und Versand über DHL Paket: EUR 34,50
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Gesamtbetrag: EUR 52,00
Ich biete folgende Versandoptionen an:
DHL Paket: EUR 34,50

Also 5 mal 6,90€!
Auch eine vorsichtige Nachfrage, ob er sich nicht ggfls. geirrt hat wurde nicht beantwortet, was ich somit als ernsthaftes Ansinnen ansehen muss.
ich lass mich doch nicht verarschen, Herr Zipp! Wenn der erreichte Preis nicht der ist, den Sie sich vorgestellt haben, dann ist das eben Pech aber kein Grund ihren Spekulationausgleich an anderer, unangemessener Stellen aufzuschlagen! Das wird auch gleich mal Blockwartmäßig an eBay gemeldet…

Platine verzinnen

Das ist eine interessante Mezhode, die ich mal im Internet gesehen habe.
Im Gegensatz zum chemischen Verzinnen ist die Methode LowCost, ungiftig und die Mittel ewig haltbar.
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Als Grundlage verwendet man Weichlotpaste aus dem Baumarkt, welches normalerweise zum Verlöten von kupfernen Wasserrohren verwendet wird.  Das Zeug ist billig und eine Dose sollte recht lange halten

Dies hier ist mein erster Versuch, daher noch nicht wirklich perfekt. Wenn man den Dreh mit Menge, Temperatur und Dauer raushat sollte die Verzinnung glatt wie ein geölter Kinderarsch sein :mrgreen:

Also:
Man nehme Weichlotpaste, verzinnte Platine und Pinsel. Die Platine sollte sauber, etwas angerauht und vorgewärmt sein um die Paste richtig auftragenzu können
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Die Weichlotpaste sollte man  dünn auftragen, so das man nur einen leichten aber regelmäßigen Grauschleier sieht.
Bei dem Beispiel hier habe ich zuviel aufgetragen:

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Anschließend wird mit einem Heißluftföhn ab 1500W die Oberfläche gleichmäßig erhitzt. Man sieht dann, wie sich die Paste selbstständig zu einer gleichmäßigen Oberfläche verbindet. Wann die Platine gut ist, sieht man schon…
I.d.R. dauert es ca. 3.4 Minuten.
Dnnach wird die Platine unter kaltem Wasser abgewaschen und am besten mit einem Kupferrerinigungsfliß abgebürstet um eine saubere, gleichmäßig schimmernde Oberfläche zu bekommen.

Theorie und Praxis. Letztere fehlt mit noch, aber das Ergebnis ist schon mal ok.

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Was geschieht, wenn man zuviel Paste aufträgt und zu heiss föhnt sieht man hier. Optisch nicht toll aber elektrisch egal solange man kein HF produziert.

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Eine Leiterplatte entsteht

Da CRen fragte und auch bestimmt ein paar andere neugierig sind, was ich da mit dem Basismaterial und den seltsamen Mustern mache, folgt hier eine bebilderte Erklärung:

Leiterplatten sind die Grundlage für Elektronische Schaltungen. Auf ihnen befinden sich elektronische Bauteile, die durch auf der Leiterplatte befindliche Kupferbahnen verbunden sind.
Da ich nur einige wenige Prototypen herstelle ist mein Weg recht konventionell und im Gegensatz zur Industrie mit einfachen Mitteln realisiert.

Am Anfang ist die Idee und der Schaltplan, der am Computer aufgezeichnet wird

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Anschließend werden am Bildschirm Bauteile und Leitungsführung (in dem Fall doppelseitig) realisiert. Es fließen Überlegungen zur besten Platzierung, Signalführung und möglichen Problemen ein, bis das Endprodukt zufriedenstellend ist.

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Dann wird für jede Seite ein Photolayout ausgedruckt.

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Das Basismaterial sind Leiterplatten aus GFK, die beidseitig mit einer 35µm dicken Kupferschicht sowie einem UV-Empfindlichen aber säureseistenten Schutzlack versehen sind. Die blaue Schutzfolie sorgt dafür, daß die Platine nicht schon vor Gebrauch UV Strahlung ausgesetzt wird.

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Zum Belichten wird eine Quelle mit UV-Licht benötigt. Ich verwende einen einfachen Belichter mit 2 x 15 Watt, was für meine Zwecke reicht. Man darf nicht in das UV-Licht hineinblicken, da es sonst zu Augenschäden führen kann.
Die Belichtungszeit wird mit einem eingebauten Timer geregelt.

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Nach dem Belichten der Platine wird diese in einer speziellen Lösung wie ein Photo chemisch entwickelt. Anschließend sieht die Platine so aus:

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Überall wo das UV-Licht die Beschichtung belichtet hat löst sich diese nach dem Entwickeln ab. Wo die schwarzen Stellen der Vorlage waren, ist kein UV-Licht durchgedrungen und somit verbleibt dort die Beschichtung.

Da die Beschichtung wie erwähnt Säureresistent ist kann also nur an den hellen Stellen Kupfer abgelöst werden.
Dazu kommt die Platine in das Ätzbad. Eine art flaches Aquarium, welches wie ein solches beheizt und mit Luft durchblasen wird. Dies dient dazu, den Ätzvorgang  gleichmäßig zu beschleunigen.

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Nach wenigen Minuten sieht man schon wie das Kupfer verschwindet.

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Nach dem Äzvorgang ist die Platine fertig und wird später noch verzinnt, gebohrt und letztendlich mit Bauteilen bestückt.

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Fin

Der schlimmste Job den ich je hatte

Angeregt via xtown & via spreeblick will ich hier einen zum Besten halten, kann mich aber nicht so recht entscheiden, welche Hölle die schlimmere war.
Aber da die Nr.2 auf meiner Liste – nämlich meine Zivildienststelle – ja so gesehen kein Job war erzähle ich ich nun von meinem Favoriten:

Das war um 1987 – ich hatte gerade auf der Volkshochschule meinen Schulabschluss nachgeholt, saß ich da nun und musste irgendwas machen um meine Brötchen zu verdienen bevor mich der Staat einzog.
In der Zeitung las ich dann die Stellenangebote eines Personaldienstleisters aka “Zeitarbeit” für billige Hilfskräfte und machte prompt einen Vorstellungstermin aus.
Am folgenden Tag war ich also in dem Laden, sprach mit dem Personalmenschen und der erzählte mir was von “Industriereinigung”.
Keine Ahnung was das war aber ich  bekundete intetresse und wurde daraufhin mit einem akzeptablen Sklavengehalt auf Stundenbasis fest angestellt mit Krankenversicherung und pipapo – so gesehen also nix Unseriöses.
Als nächstes bekam ich neue Sicherheitsschuhe und ein paar Blaumänner.
Da weder ich noch einige meiner Mitarbeiter einen Führerschein noch ein Auto hatten, wurde ein Abholungsort vereinbart, von dem aus wir um 1/2 5 zur Arbeit gekarrt wurden.

Der Arbeitsbeginn war nämlich 1/2 6 Uhr morgends und der Einsatzort die Shell-Raffinerie in Köln Godorf, wo wir für die nächsten Wochen einem Subunternehmer der Industriereinigung “vermietet” wurden.
Schon am Arbeitsplatz wurde das 2-Klassensystem sehr deutlich:  Die Angestellten hatten geheizte Baucontainer mit eigenen Spinden, Sanitär- und Waschgelegenheiten. Wir “Lohnarbeiter” dagegen einen ausrangierten, undichten Bauwagen ohne Heizung, ohne Spinde und mit Platz für gerade mal 5 Personen obwohl wir zu Zehnt waren.
Den Bauwagen brauchten wir eh nur zum Unziehen und Pause konnte man auch in den speziell überall auf dem Gelände verteilten Raucherzelten (Sicherheitsmaßnahme) machen.

Zur Info: in der Raffinerie in Köln Godorf wurde zu der Zeit gerade die gesamte Anlage generealüberholt, was eine Menge Dreck machte und zudem mussten die in den Jahen entstandenen Ablagerungen im Inneren der Anlagenteile ebenfalls beseitigt werden.godorf

Der erste Morgen war schon extrem imposant, wenn man als kleines Männlein inmitten der riesigen, Neonbeleuchteten  Anlagen steht und so langsam die Sonne aufgeht.
Der Vorarbeiter kam zu uns, drückte jedem einen Besen, Schaufel und Schubkare in die Hand und wies uns jeweils eine Halle zu, die es zu säubern galt. In “meiner Halle” flogen überall Isoliermaterial und Aluminiumfetzen herum. Auf , unter und über Maschinen, hinter Rohren und Verkleidungen und ales war mit einem rußig-schmierig-öligen Belag behaftet. Bäh ..
Am Nachmittags hieß es dann “Kessel putzen”. Irgendwelche riesigen Anlagenteile inmitten weit verzweigter Rohrsysteme durch die normalerweise hochgiftige Sachen laufen, von denen uns niemand was erzählen wollte.
Natürlich war alles stillgelegt aber in diesen “Kesseln” hate ich jede Menge Zeug abgesetzt, welches nicht sehr gut aussah. Der Eingang zu diesen Dingern war ein kleines rundes Revisionsloch mit Deckel davor, dann ging es gut 1,5m runter, wo man sich dann inmitten einer Kugel befand. Davon gab es gut 20 Stück, die ich im Laufe der nächsten Tage sauerbmachen sollte. Das Problem war, daß es darin extrem duster war, in der Mitte sich ein ungesichertes Loch befand, in dem es weiter nach unten ging und man nach den ersten Versuchen, die Beläge von den Wänden zu schrubben kaum noch Luft bekam, da sich davon eh schon sehr wenig darin befand.
Nach gut einer Stunde hatte man so eine Kugel geputzt und dan musste man versuchen mit viel Anlauf wieder nach oben durch die Revisionsöffnung zu kommen.
Ich weis nicht, ob und wie viele Hilfsarbeiter in diesen Rohrsystemen verblieben sind – denn es sah niemals jemand nach, ob dort gfls. einer umgekippt oder in einem der Löcher verschwunden wäre.

Der schlimmste Einsatz klang erst einfach: “Hier- nimm Kaltreiniger, Bürsten und Schlauch, da hinten am Anton links  weiter am Rand ist ein kleines Pumpenhäuschen. Saubermachen!”
Dort angekommen traf mich der Schlag: In der Pumpstation halt wohl irgendein Ventil versagt und hunderte Liter Öl über die gesamte Innenanlage verteilt. Dazu kam, daß es durch die laufenden Motoren drinnen unglaublich warm und durch die Öldämpfe extrem stickig war.
Ohne Maske, ohne Handschuhe und nur mit den erwähnten Gerätschaften versuchte ich dann das Ding sauberzumachen. Nach einer halben Stunde petrochemischer Atemluft  mir so was von schlecht, daß ich draussen erstmal mein Früßstück von mir geben musste. Einer der überall rumlaufenden Shelleigenen Überwachungsfuzzis raunzte mich darauf an, daß ich gefälligst weitermachen soll weil die Maschine am Nachmittag weiterlaufen soll.
Arg angeätzt sagte ich ihm, daß er mir ja helfen könne, wonach er böse grinsend erwiederte, daß er ja nicht Lebensmüde sei …

Auch das mit Hammer und Meissel ausgeführte Auskratzen von Reaktorwänden (wie immer ohne jeglichen Schutz) war nicht gerade ein Wohltat und Abends hatte ich immer das Gefühl als ob ich bis unter die Hirnrinde völlig unter Drogen stünde. Das was ich da stündlich ausroztzte hatte durchaus Potential zur Selbstentzündung oder als Massenvernichtungswaffe.

Solche Arbeiten gab es viele, die ausschließlich von Leiharbeitern getätigt wurden. Aus heutiger Sicht der reine Wahnsinn. Es gab nicht mal simple Atemschutzmasken und ich möchte nicht wissen, was alles an Gift in diesen Staub- und Dreckwolken war, die wir ungeschützt einatmen mussten.

Nach einem Monat hatte ich aber den Dreh raus, wie man sich das Leben vereinfachen konnte.
Man musste halt nur aufpassen, daß man nicht von Vorarbeitern oder Shell-Fuzzis ggesehen wurde, wenn man faulenzte.
Auch wurden einem nur Arbeiten übertragen wenn man auch gesehen wurde.  Zum Glück waren die Vorarbeiter recht planlos und man musste dem einen nur erzählen, das man von dem anderen einen Auftrag hätte. Das System war recht simpel zu durchschauen und somit leicht auszunutzen.
So habe ich bald entdeckt, daß man nur einen der sehr hohen Türme raufsteigen musste, von wo man eine extrem tolle Ausssicht hatte,  sich aber weder Vorarbeiter noch Shell-Fuzzis rumtrieben.
Das ging zwar nicht immer aber ich hatte den einen oder anderen Vormittag, an dem ich mich ausschließlich gut versteckt auf einem der Türme einem guten Buch hingab und verbotenerweise ausserhalb der Schutzzelte rauchte…

Ich hab das dann 3 Monate gemacht, bis ich zu einem anderen Auftraggeber “versetzt” wurde.

Allerdings hatte ich aufgrund der Umstände noch lange lange Zeit echte Atemprobleme und Schwindelanfälle.

Filmtipp: Die Liebe in mir

Bei der Nennung von Adam Sandler in Filmen schrecke ich meist direkt wieder zurück.
Ich mag seine Filme eigentlich nicht. Meist spielt er extrem seichte Fime, darin den leicht trotteligen Protagonisten und der Film endet regelmäßig mit dem erhobenen Finger irgendeiner verwaschenen Moral.

Aber “Die Liebe in mir” war eine echte Knallerüberraschug und hat mich glatt umgehauen.

Reign Over MerAdam Sandler spielt dain den ehemals erfolgreichen Zahnarzt Charlie, der seine gesamte Familie  am 9.11.2001 verlor. Seitdem zog er sich komplett von Beruf und Freunden zurück und lebt von einer hohen Abfindung, spielt Schlagzeug, sammelt Schallplatten, fährt stundenlang mit einem Scooter durch die Stadt und schottet sich ständig  mit seinen Kopfhörern ab.
Zufällig treffen er und sein ehemaliger Studienkollege Alan zusammen. Alan merkt schnell, daß Charlie den Verlust seiner Familie nie verarbeitet hat und nicht daran erinnert werden möchte, weil er dann jedesmal ausrastet.  Alan lässt aber nicht locker und setzt alles daran, Charlie zu einer thrapeutischen Behandlung zu überreden. Erst langsam öffnet sich Charlie…

Alles in allem ein völlig überraschender und gefühlvoller Film mit einem total ungewöhnlich menschlichen Adam Sandler dem Die Rolle wie auf den Leib geschneidert scheint.

Zusammen mit dem Soundtrack echtes Gänsehautkino für die Seele!