Heute wollte meine Frau mich dazu bringen “mal eben um den Block” zu laufen, frische Luft schnappen und Sonne tanken.
Naja, ich bin weder Frischluftfanatiker noch Sonnenfreund und eher in der Kategorie “Im Technikkeller sitzender Bewegungsmuffel” einzuordnen. obwohl es anders rum für mich besser wäre.
Aber “mal um den Block” übt einfach keinen Reiz auf mich aus. Einen Fuß vor den anderen setzen um dann irgendwann am Ursprungsort wieder anzukommen ist mir einfach zu öööödeeee …
Aber meine Holde wäre nicht diese, wenn sie mich nicht ein wenig kennen würde.
So stieß dann der Vorschlag “Oder sollen wir auf den Manforter Friedhof?” sofort und ohne nachzudenken auf meine Gegenliebe.
Ich liebe es, über Friedhöfe zu laufen, besonders alte oder sehr schöne Grabstellen anzuschauen und mir Gedanken über die Personen zu machen, die da liegen. Manchmal erzählen die Gräber Geschichten – so wie das Grab mit dem Foto eines Motorradfahrers und dem Todesalter von 25 Jahren. Oder der Grabstein einer 22 Jährigen Frau von 1925, die bei der Geburt starb und ihr Kind nur 3 Jahre später. Das Schicksal der Massen, die in den Bombennächten starben, Familie neben Familie, ausgeschlöscht an nur einem Tag…
Viele Geschichten und Erlebnisse sind dort zu sehen und darüber vergesse ich meist die Zeit, so daß ich manchmal 3 Stunden lang darüber hinweg laufe.
Morbid? Was auch immer. Hauptsache es tut mir gut und macht mir Spass!
Weihnachten ist mal wider überstanden.
Na gut, so dolle treiben wir es hier zum Glück gar nicht…
Zum ersten mal – ich glaube seit meiner Taufe – war ich wieder in einer Kirche. Mit 16 bin ich frühest möglich aus der Kirche ausgetreten fröhne seitdem dem Atheismus.
Trotzdem habe ich meiner Frau den Gefallen getan, mit ihr am Nachmittag in die evangelische Weihnachtsandacht zu gehen, da es ihr ein großes Bedürfnis war, diese einmal zu erleben.
Naja, eine Stunde ruhig auf dem unbequemen Stuhl zu sitzen, Gebeten zuzuhören und der bebilderten Weihnachtsgeschichte zu lauschen war schon ziemlich anstrengend aber was tut man nicht für den Familienfrieden. Trotzdem kann ich mit Religion halt einfach nichts anfangen…
Am Abend haben wir “Handmade-By-Schwiegermutter”-Kartoffelsalat und Würstchen gefuttert und dann die traditionellen “Dieses Jahr schenken wie uns aber ganz bestimmt nichts”-Geschenke ausgetauscht.
Meine Frau bekam ein paar Bücher von mir (damit ich eine Weile lang Ruhe habe), ich bekam einige bunte Zettel mit Zahlen darauf, eine CD von meiner Frau, ein Kunsthandwerk-Motorrad aus Afrika von der Schwiegermutter, ein Buch von der >Schwägerin und einen Orange Verstärker für meine Ukulele (thanks to Red Lounge Music Cologne )
Der Weihnachtsbaum beschränkte sich dieses Jahr auf ein lebendes Exemplar mir 50cm Höhe aber dafür mit Wurzelwerk, den wir dann am Sonntag im Garten einpflanzen wollen.
Was für ein geruhsames Fest – zumal ich eh kein Freund großer festlicher Zusammenkünfte bin.
Früher als ich noch dazu gezwungen war mit meiner biologischen Familie zusammen zu “feiern” hatte ich teilweise schon Wochen vor dem Weihnachtsfest Bauchschmerzen vor dem, was da unweigerlich kommen wird und was auch immer unweigerlich eintrat:
Kaum war die letzte Gabel zur Seite gelegt, die ersten alkoholischen Getränke konsumiert gingen erst die politischen, dann die persönlichen Streitgespräche los. Jeder gegen jeden und von Familie und Zusammenhalt keine Spur. Scheissladen! Was bin ich froh nix mehr mit denen am Hut zu haben…
Dann wünsche ich euch noch ein paar geruhsame Tage und alle Gute!
Da ich die letzte Tage keine Zeit für “Türchen” hatte, folgt nun mein persönlicher Handmade-Special-Itxmastree aus der Werkstatt
Warscheinlich kriegt mein Auftraggeber jetzt einen Herzinfarkt..
Also was soll der Mist?? Glaubt
man ernsthaft, daß die Kaufkraft in Leverkusen höher ist als in Neufünfland?
Die Kiste kommt augfgrund der mangelhaften Kopierfunktion eh nicht in Frage – der Saturn Markt aber erst recht nicht mehr. Ich bin ja nicht blöd und lass mich beim Preis verarschen..
Bis vor kurzem kannte ich ihn noch nicht, den Cousin von John Lee Hooker.
Earl Hooker wurde wurde 1930 in Missisipi geboren und verstarb mit gerade mal vierzig Jahren 1970 an Tuberkolose, an der er bereits 1963 erkrankte
Wäre er das nicht – er würde heute auf der Bühne der Blues-Gitarristen auf der obersten Treppe stehen!
Aber man kann ihn nicht als reinen Blueser hinstellen. Er expermentierte in alle Richtungen, vermengte Country mit Funk, Blues mit Jazz und alles dann auch noch in Richtung Heavy-Blues-Rock mit starken Anwandlungen zum Stil von Jimi Hendrix.
Anfang der 50er Jahre tourte er mit Ike Turner, später auch mit Muddy Waters, AC Reed, Junior Wells u.a.
In Fachkreisen war er schon sehr früh als sehr vielseitiger Musiker auch in Studios gefragt.
Eigenständigen Ruhm beim Publikum ereichte er leider zu Lebzeiten nur bei einem kleinen Publikum und als das Interesse an ihm auch in Europa groß wurde, war er halt schon tot
Später nannten viele bekannte Musiker Earl Hooker als einen der wichtigen Einflüsse auf ihre Musik, z.B. Johnny Winter oder Stevie Ray Vaughan.
Unvergessen bleibt auch sein Auftritt 1969 im American Folk & Blues Festival:
Die heute angekommene Platte “The Genius of Earl Hooker” (Sundaze Neuauflage) gehört nach 2-maligem Hören auf jeden Fall zu meinen persönlichen All-Time-Favorites. Die Tage kommt auch noch seine einzige zusammenhängend konzipierte Platte “2 Bugs and a Roach”; die anderen Platten waren entweder nur Singles oder Compilations.
Dazu genuscheltes