Am 30.4.1993 wurde das Internet für die Öffentlichkeit freigegeben.
15 Jahren sind an sich nicht viel Zeit und wenn man bedenkt, wie sich das soziale Leben alleine durch das Internet verändert hat ist es nachträglich betrachtet eine kleine Kulturrevolution gewesen.
Aber viele “Computerfreaks” aus meiner Generation kennen auch noch ganz andere Zeiten.
Meine ersten Datenbits schwirrten bereits Ende 1985 durch das Telefonnetz.
Angefixt durch den Film “Wargames” war ich auch wild darauf, “Rechner zu hacken”. Ich kaufte mir für meinen damaligen Commodore64 einn (damals natürlich Illegales) Ansteckmodem, welches ich in einem Computerladen für stolze 80 DM gekauft bekam (Nur für den Export!).
Stolze 300 Baud konnte das Teil und konnte Ton- & Pulswahl.
Zu Hause angekommen habe ich mangels eigenem Telefon erstmal mit Hilfe einer ergiebigen Kabelrolle jede Menge Draht von der Wohnung über die Fassade in den Keller und von dort aus in den frei zugänglichen Verteilerkasten gelegt. Zur damaligen Bundepostshoheitlichen Zeit quasi die Obertodsünde mit Todesstrafe überhaupt ![]()
Egal, ich war jung, dumm und wild auf die sagenhaften “Mailboxen” und hoffentlich offene Rechnernetze der Nasa
Als ich dann anhand einer Mailboxliste in einer Computerzeitschrift meine erste Mailboxverbindung aufbaute und sich die ersten Zeichen eines fremden Computers auf meinem Bildschirm aufbauten war das noch aufregender als der erste Sex ![]()
Ich glaube, ich habe in den darauf folgenden 24 Stunden non-stop alle erreichbaren Mailboxen in Deutschland angewählt und mich erst mal über die “Scene” schlau gemacht.
Ein Jahr später hatte ich meinen ersten XT und dafür gab es leider nur sauteure Akustikkoppler, bei denen man während des Betriebes weder husten noch Musik hören durfte. Egal. Dafür gab es dann auch Datex-P und BTX mit sagenhaften 1200/75 Baud.
Der Online-Horizont wuchs beträchtlich, als dann 1991 Compuserve in Deutschland verfügbar wurde und ich mir direkt einen Account besorgte. Und eben zwei Jahre später – 1993 konnte man über Compuserve auch in das World Wide Web eintreten, welches zu der Zeit noch gar nicht so “Word Wide” war. Das Internetnagebot war noch recht klein und überschaubar, so das das gesamte Angebot des Internet als Diagramm auf ein A0-Poster passte (Der “Internet-Wegweiser” der Zeitschrift Chip).
Mit dem Beginn des Internet-Zeitalters starben auch nach und nach die klassischen Mailboxen aus. Zwischen 1990 und 1994 betrieb ich im Kölner “PC-Net” noch selbst eine kleine Mailbox, die dann mangels Polularität des Mediums geschlossen wurde.
Als ich an diesem Punkt angekommen war, hatte für den Rest der Welt das Medium “WEB” aber erst begonnen…
Happy Birthday!

Dazu genuscheltes